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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Wann und wie oft sollte man den Rasen vertikutieren?

Für die einen ist er das wichtigste Gestaltungselement, für die anderen ein gepflegter Rahmen für Blumenbeete, manchmal ist er eine Spiel- oder Liegewiese, auf jeden Fall ist der Rasen die Visitenkarte und der ganze Stolz jedes Gärtners. Mit etwas Pflege und Verständnis für die Bedürfnisse der Grashalme ist es nicht schwer, den perfekten Rasen im eigenen Garten zu kultivieren.

Oft wird das Vertikutieren des Rasens als lästige Pflicht betrachtet. Aber es ist eine wichtige Arbeit, denn nur wenn Wasser, Sauerstoff, Sonne und Nährstoffe ungehindert zu den Graswurzeln vordringen können, bekommen Sie einen gesunden und strapazierfähigen Rasen. In diesem Beitrag gehen wir der Frage nach wann und wie oft Sie Ihren Rasen vertikutieren sollten:

Rasenpflege im Jahresablauf

Schneiden, Bewässern, Düngen und Vertikutieren, für einen gesunden Rasen sind verschiedene Pflegemaßnahmen erforderlich. Die Jahreszeiten spielen dabei eine wichtige Rolle, denn je nach Temperatur und Witterungseinflüssen braucht Ihr Rasen mehr oder weniger Aufmerksamkeit.

Neben dem regelmäßigen Schnitt gehört das Vertikutieren zum Wellnessprogramm für ein kräftiges Grün. Möchten Sie stolzer Besitzer eines gesunden Rasens sein, müssen Sie etwas mehr Zeit in die Pflege investieren. Vertikutieren ist unbedingt erforderlich, weil Ihr Rasen regelmäßig belüftet werden muss. Stellt sich nur die Frage, wann sollte man mit dem Vertikutieren beginnen und wie oft sollte man vertikutieren?

Eine Verjüngungskur für Ihre Grünfläche

So schön saftig, gesund und kräftig Ihr Gras auch ist, nach einiger Zeit bildet sich zwischen den Gräsern Filz. Dieser Rasenfilz setzt sich aus nicht verrotteten Halmen und abgestorbenem Pflanzenmaterial zusammen. Wenn Sie den Rasenfilz nicht regelmäßig entfernen, wirkt dieser wie ein Küchenschwamm. Er saugt alles auf und schränkt die Versorgung der Graswurzeln mit Wasser, Luft und Nährstoffen stark bis ganz ein.

Die Folge ist, Ihr Rasen verkümmert und statt grünen Grashalmen machen sich Moos und Unkräuter breit. Die Graswurzeln müssen atmen und ausreichend versorgt werden, um leben zu können. All das ist aber nur möglich, wenn die Bodenstruktur porös ist und genügend Sauerstoff zu den Wurzeln gelangen kann. Auch für die Wasserversorgung ist ein lockerer, luftiger Boden erforderlich.

Durchfeuchtet wird der Boden nur, wenn er nicht zu stark verdichtet ist. Sonst rinnt das Wasser ab oder wird vom symbolischen Schwamm aufgesaugt, bevor es in das Erdreich gelangen konnte, um dort gespeichert zu werden und die Wurzel ausreichend mit Feuchtigkeit versorgen zu können.

Bodenverdichtungen entstehen schnell

Wann sollte man vertikutieren

Das Vertikutieren behebt Bodenverdichtungen und ist für einen guten Rasen sehr wichtig.

Gründe, warum es zu Bodenverdichtungen kommt, gibt es mehrere. Entweder beanspruchen Sie den Rasen sehr stark, beispielsweise durch Baumaschinen, Sport und Spiel oder die Erde ist entweder zu trocken oder Sie bewässern falsch.

Wichtig für Sie ist, die verdichteten Stellen aufzulockern. Die dafür notwendige Gegenmaßnahme ist das Vertikutieren. Am einfachsten erledigen Sie diese Aufgabe mit einem Vertikutierrechen oder einer Vertikutiermaschine.

Für welches Gerät Sie sich entscheiden, hängt von der Größe Ihrer Gartenfläche ab. Bei einer großen Rasenfläche ist die Arbeit mit dem Rechen schweißtreibend und lohnt sich die Anschaffung einer Vertikutiermaschine.

Mit diesen Spezialgeräten durchkämmen Sie Ihre Rasenfläche und entfernen verfilzte Stellen, Moos und abgestorbene Pflanzenreste. Das Vertikutiergerät dringt in den Boden ein und regt die Graspflanzen zum Seitenwachstum an.

Wann kann man am besten Vertikutieren?

Grundsätzlich können Sie das ganze Jahr über Ihren Rasenteppich vertikutieren. Dann, wenn Sie Zeit und Lust dazu haben. Der beste Zeitpunkt für das Vertikutieren ist jedoch im Frühling und im Herbst, weil sich dann der Rasen am schnellsten regeneriert.

Obwohl auch im Herbst ein Vertikutieren möglich ist, hat sich der Frühling für diese Arbeit gut bewährt. Der Boden ist nicht mehr frostig und die warmen Sonnenstrahlen der Frühlingssonne haben den Boden schon getrocknet. Sie dürfen nämlich nicht vertikutieren, wenn der Boden sehr feucht ist, zum Beispiel nach starken Regenfällen, denn es besteht die Gefahr, dass Sie die Grasnarbe mit entfernen.

Dann bekommen Sie hässliche Lücken in Ihrem Rasen. Für den Frühling spricht außerdem, dass sich Ihr Rasen rasch wieder erholt, denn nach dem Vertikutieren sieht er zunächst leidvoll aus. Aber gerade zu Jahresbeginn, wenn die Natur erwacht und wieder alles zu wachsen beginnt, erholen sich die geschädigten Graswurzeln sehr schnell.

Wie oft sollte man vertikutieren?

Wie oft Sie vertikutieren müssen, hängt davon ab, wie sehr Sie den Rasen strapazieren. Bei starker Beanspruchung muss sogar zweimal im Jahr vertikutiert werden, ansonsten reicht es, einmal im Jahr Moos und Rasenfilz zu entfernen. Nach dem Vertikutieren sollten Sie sofort düngen. Haben Sie viele Lücken im Rasen, säen Sie nach dem Vertikutieren nach.

GARTELTIPP: Bevor Sie jetzt hinaus in den Garten gehen und mit der Arbeit beginnen, muss noch die Frage geklärt werden, ab wann man vertikutieren sollte? Der junge Rasen ist noch ein „Sensibelchen“ und leicht werden beim Vertikutieren die noch nicht sehr gefestigten Rasenwurzeln entfernt. Deshalb ist es besser, wenn Sie erst im zweiten Jahr mit der Bodenbelüftung beginnen.

Schritt-für-Schritt Anleitung zum Vertikutieren

Zum Schluss haben wir noch eine kurze Schritt-für-Schritt Anleitung zum Vertikutieren für Sie:

  • 1. Schritt: Kontrollieren Sie, ob der Rasen trocken ist.
  • 2. Schritt: Verwenden Sie ein Vertikutiergerät, das vertikal rotierende Messerscheiben besitzt.
    Mit diesem Gerät wird der Boden ungefähr drei Millimeter tief durchgeschnitten und der Filz entfernt.
  • 3. Schritt: Fahren Sie mit dem Vertikutiergerät zügig und mit gleichmäßigem Tempo über Ihre Rasenfläche. Bleiben Sie nicht zu lange an einer Stelle stehen, sonst bekommen Sie unschöne Flecken, weil Sie die Grasnarbe beschädigen. Fahren Sie mit dem Gerät außerdem keine Kurven.
  • 4. Schritt: Vertikutieren Sie nur bei trockener Witterung, und zwar einmal längs und einmal quer über die Rasenfläche.
  • 5. Schritt: Harken Sie das anfallende Pflanzenmaterial ab.
  • 6. Schritt: Ist das Pflanzenmaterial nicht allzu sehr von Moos durchsetzt, können Sie es kompostieren.
  • 7. Schritt: Düngen Sie sofort nach dem Vertikutieren.
  • 8. Schritt: Die nächsten drei bis vier Tage nach dem Vertikutieren müssen Sie Ihren Rasen gut bewässern.

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