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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Fruchtfolge im Hochbeet: Von Mischkulturen, Schwach- und Starkzehrern

Bereits seit der Antike versuchen die Menschen mit Erfolg, die Ertragsfähigkeit ihrer Felder durch den Anbau wechselnder Feldfrüchte zu steigern. Damals teilte man den Acker in zwei Parzellen und bewirtschaftete nur die eine Hälfte, während die andere ein Jahr lang brach lag. Später, im Mittelalter, ging man zur Dreifelderwirtschaft über, in dem man eine Fruchtfolge von Winter- und Sommergetreide anbaute und das dritte Feld als Brache liegen ließ. Der Boden konnte sich erholen. Da man das Vieh darauf weiden ließ, wurde er gleichzeitig gedüngt. So versuchte man der Bodenmüdigkeit vorzubeugen und bessere Ernteergebnisse zu erzielen. Mit dem feldmäßigen Anbau von Kartoffeln und Hackfrüchten im 18. Jahrhundert begann schließlich die Vierfelderwirtschaft. Sie ist die Grundlage einer Fruchtfolge, die sich Kleingärtner im Gemüsegarten und im Hochbeet heute zu eigen machen.

Gemüseanbau im Hochbeet-Minigarten

Ist es Ihnen nicht schon öfters passiert, dass der Zucchini, der immer an der gleichen Stelle im Hochbeet steht, nach kurzer Zeit von Mehltau befallen wird? Oder die Tomaten, die so schön gewachsen waren, bekommen plötzlich eine Pilzkrankheit. Oder an Brokkoli und Rosenkohl tummeln sich auf einmal Myriaden von Raupen? Dabei glaubte man, doch alles richtig gemacht zu haben. Oder doch nicht?

Da im Hochbeet nur eine begrenzte Fläche zur Verfügung steht und man gern ALLES anbauen möchte, verleitet es, Jahr für Jahr die gleichen Gemüse an der gleichen Stelle zu pflanzen. Eine Ausnahme bilden Tomaten und Erdbeeren. Sie stehen gern über einen längeren Zeitraum an einem Ort.

Aufgrund der Gegebenheiten ist es nicht so einfach, die richtige Fruchtfolge fürs Hochbeet zu finden. Aber es ist wichtig, eine Fruchtfolge einzuhalten, um eine Bodenermüdung zu verhindern und gute Erträge zu erzielen:

GARTELTIPP: Das bedeutet, einjährige Gemüsearten niemals zweimal hintereinander an die gleiche Stelle zu pflanzen,. Ebenso wenig Gemüse der gleichen Familie, als da wären Gemüse wie Zucchini, Gurken und Kürbis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Auberginen und Paprika, Hülsenfrüchte, Wurzelgemüse. Alle diese Arten muss man in abwechselnder Fruchtfolge im Hochbeet kultivieren.

Der zweite Grund ist, dass sich Schädlinge erst gar nicht ansiedeln können, da ihnen in gewisser Weise die richtige Fruchtfolge des Hochbeetes die Lebensgrundlage entzieht. Ein Beispiel hierfür wäre der wiederkehrende Anbau von Kartoffeln, bei dem sich bereits ab dem zweiten Anbaujahr der Kartoffelkäfer einfinden kann.

Die Fruchtfolge im Hochbeet

Hochbeet Fruchtfolge

Gute Erträge sind im Hochbeet nur mit der richtigen Fruchtfolge zu erwarten.

Einen weiteren Aspekt der Fruchtfolge im Hochbeet, den es zu beachten gilt ist, dass es stark- mittel- und schwachzehrende Pflanzen gibt. Sie sollte man immer im wechselnden Rhythmus von drei bis vier Jahren anbauen.

Hat man sein Hochbeet gerade erst angelegt, kann man im ersten Jahr Starkzehrer wie Auberginen, Zucchini, Tomaten, Kürbis oder verschiedene Kohlarten anbauen. Im zweiten Jahr empfiehlt es sich, weniger stark zehrende Gemüse wie Paprika, Mangold, Kohlrabi, Salat, Schwarzwurzel, Möhren, Spinat, Rettich, Rote Beete zu pflanzen. Im dritten Jahr schließlich Buschbohnen (natürlicher Stickstofflieferant), Erdbeeren, Radieschen, Feldsalat, Kresse und Kräuter.

Gibt es Vor- und Nachteile bei der Fruchtfolge eines Hochbeets?

Zu den Vorteilen zählt, dass man Tomaten und Erdbeeren durchaus mehrere Jahre hintereinander in einem Hochbeet wachsen lassen kann,. Achten Sie dabei aber auf genügende Nährstoffzufuhr und Schädlinge. Die Bepflanzung mit entsprechend angepassten Gemüsesorten (Stark- Mittel- oder Schwachzehrer) sollte man dabei beachten, um keine Ernteeinbußen zu erleiden.

Ein weiterer Vorteil ist die zeitige Erwärmung der Erde im Frühling, was Ihnen ermöglicht, früher als ein normaler Gärtner mit der Bepflanzung zu beginnen und eine längere Erntezeit im Herbst. Aufgrund der stärkeren Erwärmung und des Rottvorgangs im Beetinneren ist eine ausreichende Wasserversorgung unabdingbar. Hier dazu auch mehr: Hochbeet gießen und bewässern.

Die Nachteile einer Fruchtfolge besteht darin, dass man die botanische Verwandtschaft der Gemüse beachten muss. Es wäre ungünstig, Rettich zu pflanzen, wo vorher Rosenkohl wuchs. Erfahrene Gärtner raten zwischen

  • Kreuzblütlern (alle Kohlarten, Kresse, Rauke),
  • Schmetterlingsblütlern (Erbsen, Bohnen),
  • Doldenblütlern (Zwiebeln, Möhren, Sellerie, Pastinaken, Petersilie, Fenchel, Dill),
  • Gänsefußblütlern, (Spinat, Mangold, Rote Rüben) sowie
  • Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Süßkartoffeln, Tomaten, Auberginen, Paprika) und
  • Kürbisgewächsen (Zucchini, Kürbis, Melone, Gurken)

zu wechseln.

Es ist günstig, diese Aufstellung gleich mit in die Fruchtfolge Tabelle einzuarbeiten, damit man im nächsten Jahr keine bösen Überraschungen erlebt. Falls Sie sich für die weiter unten beschriebene Gründüngung begeistern können, achten Sie bitte darauf, bei der Auswahl der Samenmischung die Zugehörigkeit der Pflanzengattungen zu berücksichtigen.

Ein weiterer Nachteil liegt naturgemäß eher im persönlichen Empfinden, wenn man ein Gemüse liebt, das nur alle zwei bis drei Jahre angebaut werden kann und es keine Ausweichmöglichkeit gibt.

Wie gestalte ich den Anbauplan für die Fruchtfolge des Hochbeets?

Damit stellt sich gleich zu Beginn der Pflanzsaison die Frage: Was wurde im letzten Jahr angebaut, welche Gemüse sollen es in diesem Jahr sein?

Für die richtige Fruchtfolge machen sie sich am besten einen Anbauplan.

Bereits im Spätwinter beginnt man am Besten mit dem Erstellen eines Anbauplans, am Idealsten mit einer Fruchtfolge Tabelle, die hilft, die richtige Flächeneinteilung für das Gemüse zu finden.

Hat man die Möglichkeit, mehrere Hochbeete aufstellen zu können, ist es wesentlich unkomplizierter, denn jetzt kann man die Gemüsearten einfach in einer Art „Ringtausch“ abwechselnd setzen und braucht auf deren Nährstoffbedarf weniger Rücksicht zu nehmen.

Damit alle Gemüse gut gedeihen, ist die Art der Bepflanzung von Bedeutung. Große Pflanzen, wie Tomaten, setzt man in die Mitte des Hochbeetes. Paprika und Zucchini davor und an den Rand kommen Salat, Möhren, Erdbeeren und Kräuter.

Mischkultur für Fruchtfolge im Hochbeet

Neben der klassischen Fruchtfolge im Hochbeet, die sich nach den Nährstoffbedingungen der einzelnen Gemüsearten richtet, gibt es die Pflanzengemeinschaften „Gute Nachbarn – schlechte Nachbarn“. Also Pflanzen, die sich gegenseitig in Wachstum und Ertrag fördern oder schaden. (Hier ein Beispiel: Petersilie und Schnittlauch pflanzen).

Wenn man diese in die Fruchtfolge im Hochbeet mit einbezieht, erzielt man gleichzeitig einen natürlichen Schutz vor Kranheiten und Schädlingen.

  • Wollen Sie sich die gute Nachbarschaft von Gemüse und Kräutern zu Nutze machen, können Sie Basilikum, Tomaten und Kohl zusammen pflanzen. Diese Gemeinschaft schützt sich gegenseitig vor der Weißen Fliege.
  • Hatten Sie im vergangenen Jahr Probleme mit Pilzerkrankungen, sollten Sie Zwiebeln, Möhren und Erdbeeren setzen.
  • Essen Sie gern Kohlrabi, fürchten aber, dass der Kohlweißling an Ihren Pflanzen knabbert, bevor Sie selbst etwas ernten, dann pflanzen Sie Salbei und Möhren dazu.
  • Die Mischkultur bietet sich sehr gut in der Fruchtfolge für Hochbeete an. Säen Sie Dill zwischen Ihre Möhren, so begünstigt der Dill die Keimfähigkeit des Möhrensamens.
  • Mit Borretsch ziehen Sie Insekten an und fördern die Bestäubung von Zucchini, Gurken und Tomaten.

Und sollte sich die verrufene Brennnessel in Ihr Hochbeet verirren, greifen Sie nicht gleich zur Schaufel und graben sie aus. Sie hilft nämlich gegen Blattläuse und stärkt ganz allgemein die Widerstandsfähigkeit Ihrer Gemüsepflanzen. Zupfen Sie statt dessen wenn sie groß genug ist, die Blätter und zaubern Sie daraus ein köstliches Pesto. Falls Sie sie gar nicht leiden mögen, machen Sie einfach Brennnesseljauche daraus.

Mit Ringelblume, Kapuzinerkresse und Tagetes haben Sie nicht nur etwas für das Auge, sondern auch noch etwas für die Gesundheit Ihrer Pflanzen getan. Sie benötigen wenig Platz, fördern die Bodengesundheit, erhöhen den Ernteertrag und schützen vor Bodenschädlingen wie Nematoden, Drahlwürmern und Viren.

Gründüngung: Wichtig für die Fruchtfolge in einem Hochbeet

Ist das Hochbeet im Herbst abgeerntet, sollten Sie es nicht brach liegen lassen. Für die Optimierung des Ertrags im kommenden Jahr eignet sich jetzt die Aussaat von Gründüngerpflanzen. Diese sogenannten Zwischenfrüchten sind Senf, Phaecelia, Buchweizen, Inkarnatklee oder Winterveilchen. Die Gründüngung ist die natürlichste Art der Düngung. Man kann bereits im August damit beginnen, die Samen hierfür auszubringen.

Viele Gemüsearten, vor allem die Starkzehrer, benötigen viel Stickstoff und andere Nährstoffe. Da man auf einem Hochbeet nicht soviel Ausweichmöglichkeiten hat, wie in einem normalen Garten und auch die Erde nicht öfters als nötig austauschen möchte, hat man mit der Gründüngung eine gut Möglichkeit, die Qualität der Erde zu verbessern.

Am Idealsten ist ein Gründünger-Mischung verschiedener winterharter und nicht winterharter Pflanzen, weil sie mit ihren unterschiedlichen Wurzeln unterschiedliche Tiefen im Beet erreichen, die Erde auflockern, Nährstoffe aufschließen, mit ihren Knöllchen Stickstoff anreichern und mit ihrer Blattmasse Humus bilden. Ein weiter Vorteil ist, dass das Beet den Winter über nicht austrocknet, wenn es mit den abgestorbenen Gründungpflanzen bedeckt ist.

Bei den ersten Frösten frieren die einen ab und werden im Frühling untergegraben. Die anderen schneidet man ab und lässt ihre Wurzeln als organische Nährstoffquelle in der Erde. Sollten Sie Senf säen wollen, müssen Sie darauf achten, dass Sie auf Ihrem Beet während der Saison zuvor keine Kreuzblütler, wie Kohl, Radieschen oder Rettich kultiviert haben.

Fruchtfolge Tabelle

Im Folgenden eine beispielhafte Möglichkeit einer dreijährigen Fruchtfolge:

  • 1. Jahr: Starkzehrer: alle Kohlarten, außer Kohlrabi, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Lauch, Sellerie, Zucchini, Süßkartoffeln, Tomaten, Artischocke, Melonen.
  • 2. Jahr: Mittelstarkzehrer: Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Rettich, Rote Beete, Erdbeeren, Paprika, Pastinaken, Porree, Wurzelpetersilie Aubergine, Schnittlauch.
  • 3. Jahr: Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen, Knoblauch, Radieschen, Salat, Spinat, Zwiebeln, Kräuter

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