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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Hochbeet gießen und bewässern

Hochbeete erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Sie sind rückenschonend, das ist gerade für ältere Menschen von großem Vorteil, wenn sie in ihrem Kleingarten aus gesundheitlichen Gründen die Bodenbearbeitung und das Pflanzen im normalen Beet nicht mehr machen können. Hochbeete eignen sich auch für Balkone und Terrassen. Und was gibt es nichts Schöneres, als an einem milden Sommerabend mit ihnen in einer lauschigen Ecke bei einem guten Glas Wein zu sitzen und über die Ernteerfolge zu plaudern oder gleich mit den selbst gezogenen Ernteergebnissen ein kleines Fest zu veranstalten. Doch bevor all dies möglich ist, haben die Götter bekanntlich vor den Erfolg die Arbeit gesetzt, daher ist unser heutiges Thema: Wie oft sollte man ein Hochbeet gießen und bewässern?

Allgemeines zu Hochbeeten

Besonders in Großstädten, wo immer häufiger Flachdächer zur Verfügung gestellt werden, finden auch mehr und mehr junge Leute Interesse am Gärtnern auf dem Dach. Hier kann man sich eine kleine Oase im Grünen mieten und sein eigenes Gemüse ziehen oder Blumen pflanzen. Meist trifft man sich mit anderen Hochbeet-Enthusiasten, knüpft Kontakte, findet neue Bekanntschaften, die alle die Freude am Hochbeetgärtnern vereint.

Gießen des Hochbeets

Hochbeete sind eine tolle Sache, jedoch mitunter auch recht arbeitsintensiv.

Aufgrund der besonderen mikroklimatischen Bedingungen eines Hochbeetes durch Wärme und Nährstoffe, gedeiht Gemüse hier besonders gut. Die Pflanzen haben jedoch einen viel höheren Wasserbedarf als im normalen Beet. Das liegt zum Einen daran, dass die aufgestaute Wärme das Wasser schneller verdunsten lässt und zum anderen, dass die Pflanzen mit ihren Wurzeln nicht tief ins Erdreich eindringen und sich selbst versorgen können.

Durch die Kompostierung im Inneren des Hochbeetes wird ebenfalls eine Menge Wasser verbraucht. Es ist deshalb wichtig, das Hochbeet so zu gießen, dass die Erde durchdringend feucht ist und nicht nur die obere Erdschicht gewässert wird. Daher gilt die Maxime: Lieber einmal gründlich wässern, als täglich gießen.

Obwohl Komposterde eine gute Wasserspeicherfähigkeit besitzt, kann man den Wasserverbrauch durch das Einbringen von Terra Preta oder Pflanzenkohle verringern. Um die Oberflächenverdunstung noch weiter zu reduzieren, bietet sich zusätzlich auch das Mulchen an.

Wann soll man das Hochbeet gießen?

Ein Hochbeet bewässern, hängt immer von den Umweltbedingungen, das heißt, von jeweiligen Standort ab. Auf Dachterrassen stehen Hochbeete meist sehr sonnig. Im eigenen Garten können sie durchaus auch einen halbschattigen Standort haben. An einem solchen Standort genügt es, sein Hochbeet weniger oft zu gießen.

Hinzu kommen die klimatischen Bedingungen eines jeden Jahres: Gibt es viel oder wenig Niederschläge, ist das Jahr nass und kalt oder warm und trocken.

Das Material Ihres Hochbeetes spielt ebenfalls eine Rolle, denn wenn Sie es selbst aus Paletten gebaut und innen nicht mit Folie verkleiden haben, trocknet die Erde an den Seiten schneller aus, als wenn Sie sich ein fertiges, rundum geschlossenes Hochbeet aus dem Onlinehandel oder Baumarkt zulegen.

GARTELTIPP: Wer sein Hochbeet zusätzlich noch mit einer durchsichtigen Abdeckung versieht, kann sogar im Winter frisches Gemüse ernten, denn die Verrottungswärme lässt die Pflanzen selbst bei Minusgraden gedeihen.

Wie oft soll man das Hochbeet bewässern?

Das hängt von der Bepflanzung ab. Nicht jede Pflanze hat den gleichen Wasserbedarf. Wenn Sie all diese Faktoren berücksichtigt und Ihr Hochbeet bepflanzt haben, ist der beste Zeitpunkt, an dem man das Hochbeet gießen sollte, der frühe Morgen. Gießen Sie das Beet durchdringend, lieber einmal gründlich und tief, so als wäre ein Gewitterguss darüber gegangen, als immer wieder in kleinen Dosen.

Verwenden Sie möglichst Regenwasser. An besonders heißen Sommertagen sollten Sie morgens und abends das Hochbeet gießen. Vermeiden Sie Staunässe, damit die Wurzeln der Pflanzen nicht faulen. Im schlimmsten Fall können die Pflanzen absterben und Ihre Ernte ist für eine ganze Saison dahin.

Womit sollte man ein Hochbeet gießen?

Um sich das Bewässern eines Hochbeetes zu erleichtern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Gießkanne & Muskelkraft

Da ist zunächst die klassische Gießkanne. Aufgrund der Höhe eines Hochbeetes sollte man lediglich eine 5-Liter-Kanne verwenden, es sei denn, Sie wollen mit einer 10 Liter Kanne Ihre Fitness verbessern. Bei der Aussaat oder bei Jungpflanzen empfiehlt sich eine Kindergießkanne, um die kleinen Samen oder Setzlinge nicht aus- oder in die Erde zu spülen.

Tröpfchen- oder Sprühbewässerung

Falls Sie technisch geschickt sind, können Sie sich selbst eine Tröpfchen- oder Sprühbewässerung konstruieren. Anleitungen gibt es dazu im Internet. Der einfachste Weg ist, einen durchlöcherten Wasserschlauch im Hochbeet hinter der Noppenfolie gleich mit zu verbauen. So hat man eine eigene Sprühbewässerungsanlage, die preiswert, praktisch und effektiv ist.

Hochbeet bewässern

Eine Tröpfchenbewässerung ist eine gute Möglichkeit, um das Hochbeet zu bewässern.

Der Fachhandel bietet spezielle Sprühbewässerungssysteme für Hochbeete an, die sich sehr gut eignen, ein Hochbeet zu bewässern. Die Sprühleitung wird an einen Wasserschlauch angeschlossen. Ein Druckminderer reguliert die Dosierung. Das reduziert den Wasserverbrauch, wie generell jede Sprühbewässerung, ganz gleich, ob selbst gebaut oder gekauft, beim Wassersparen hilft.

Ein weiterer Vorteil der Sprühwasserbewässerung ist die leichte Erwärmung des Gießwassers, außerdem verhindert sie ein Verbrennen der Pflanzen durch den sogenannten „Brennglas-Effekt“, den stehende Wassertropfen durch die Sonneneinstrahlung auf den Blättern verursachen.

Wasserschlauch

Um ein Hochbeet bewässern zu können, genügt auch nur ein Wasserschlauch. Dazu sollte man sich aus dem Fachhandel eine gute Gießbrause kaufen, die am Schlauch angebracht wird. Sie muss nach allen Richtungen verstellbar sein und unterschiedliche Düseneinstellungen haben.

Beim Kauf des Schlauches sollten Sie auf Qualität achten: Er sollte aus UV-beständigem Kunststoff bestehen und mit einer gitterartigen Gewebeeinlage versehen sein, damit er beim Bewässern des Hochbeetes nicht knickt. Schließen Sie ihn möglichst nicht an Ihre Wasserleitung an, denn der Wasserstrahl ist für die Pflanzen viel zu kalt.

Oberflächenbewässerung mit Tonkegeln und Tontöpfen

Dann gibt es noch eine Oberflächenbewässerung, die sich besonders für Pflanzen, wie Tomaten eignet, die bekanntlich mit Pilzerkrankungen auf nassen Blätter reagieren. Dieses Bewässerungssystem besteht aus unglasierten Tonkegeln, die neben der Pflanze platziert werden.

Wer es ganz einfach haben möchte, nimmt unglasierte Tontöpfe von mindestens 20 cm Höhe oder größer mit oder ohne Abzugsloch plus Untersetzer, gräbt sie in die Erde neben den Pflanzen ein und füllt sie mit Wasser. Anschließend legt man den Untersetzer darüber. Das Wasser versickert nach und nach in der Erde. Man kann auch zwei gleichgroße Tontöpfe aufeinander stellen und mit einem Klebestreifen verbinden. Diese Bewässerungsform eignet sich besonders für Hochbeete, aber auch für die Wasserversorgung der Pflanzen in der Urlaubszeit.

Bewässern mit „Ollas“

Im Handel gibt es die sogenannten „Ollas“. Das sind Tongefäße mit Deckel, ähnlich wie Amphoren. Sie eignen sich hervorragend zum Bewässern der Beete. Durch ihre spezielle Brenntechnik sind sie porös und dadurch wasserduchlässig. Die Pflanzen wachsen mit ihren Wurzeln dicht an die Ollas heran, auf diese Weise auch viel tiefer ins Beet. Sie werden stärker und widerstandsfähiger. Es gibt durch die Ollas weder Verdunstungs- noch Versickerungsverluste.

Im Durchschnitt dauert es drei bis fünf Tage, bis man die Ollas wieder mit Wasser füllen muss. Die Erdoberfläche bleibt durch diese Bewässerungstechnik relativ trocken, somit haben es Schnecken und Pilze viel schwerer, die Pflanzen zu befallen. Man muss nur beachten, die Ollas im Herbst auszugraben, zu reinigen und aufzuheben, denn im Winter würden sie durch Frost und Restwasser platzen.

Soll man das Hochbeet morgens oder abends gießen?

Stehen Hochbeete an sehr sonnigen Plätzen, ist es am günstigsten, das Hochbeet morgens zu gießen. Der Vorteil ist, dass das Gießwasser auf den Blättern schnell abtrocknet und die Erde noch nicht erwärmt ist. Leider lässt sich das bei Berufstätigkeit nicht immer einrichten.

Deshalb ist eine abendliche Bewässerung durchaus möglich, zumal die Pflanzen das Wasser über Nacht aufnehmen können und man sich manches Gießen sparen kann, da die Erde länger feucht bleibt. Man sollte ein direktes Begießen der Blätter vermeiden, um Krankheiten vorzubeugen. Um sich wegen des frühen oder abendlichen Gießens keine Sorgen machen zu müssen, lohnt es sich einmal mehr, über die Anschaffung von Ollas (oben erklärt) nachzudenken.


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