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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Brennesseljauche ansetzen: So machen Sie Naturdünger selbst

Brennesseln gibt es in fast jedem Garten in Überfluss. Was für die einen Unkraut ist, ist für die anderen eine gute Basis für Suppen oder auch ein Naturdünger. Der als Brennesseljauche bekannte Sud ist einfach selbst herzustellen und wirkt als Nährstofflieferant für den Gartenboden aber auch Schädlinge. Wie Sie Brennesseljauche ansetzen und was Sie im Umgang mit ihr noch zu beachten haben, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Brennesseljauche ansetzen

Um eine Brennesseljauche selber zu machen, benötigen Sie folgende Utensilien:

  • Gartenhandschuhe, damit Sie sich nicht „verbrennen“
  • Eine geeignete Gartenschere
  • Ein großes Gefäß (Holz, Stein oder Kunststoff)
  • Einen Holzstock zum Umrühren

Metallgefäße sind zum Ansetzen der Jauche ungeeignet, da zwischen dem Metall und der Jauche chemische Prozesse stattfinden.

So gehen Sie dabei vor:

  • 1. Schritt: Schneiden Sie die Brennesseln mit der Gartenschere ab. Ziehen Sie sich dazu Handschuhe an.
  • 2. Schritt: Füllen Sie das bereitgestellte Gefäß vollständig mit den frisch geschnittenen Brennesseln – mit Ausnahme der Blüten.
  • 3. Schritt: Befüllen Sie das Gefäß randvoll mit Wasser aus der Leitung. Noch besser wäre es, abgestandenes Wasser aus der eigenen Regentonne oder Zisterne zu nutzen.
  • 4. Schritt: Decken Sie das Ganze nun mit einem engmaschigen Gitter oder ähnlichem ab, um zu verhindern, dass Tiere, Blätter oder ähnliches in die Brühe fallen.
  • 5. Schritt: Decken Sie das Gefäß täglich einmal ab und rühren Sie den ganzen Sud gründlich um. Das bringt Sauerstoff in die Brennesseljauche.
  • 6. Schritt: Wenn sich kleine Bläschen bilden und die Brühe zu stinken beginnt, setzt die Gärung ein. Vermeiden Sie daher, die Jauch an prominenter Stelle in Ihrem Garten anzusetzen. Wenn Sie sich ein sonniges Plätzchen suchen, geht das mit der Gärung schneller voran.
  • 7. Schritt: Nach rund 15 bis 20 Tagen sollte die Brennesseljauche fertig sein. Es bilden sich dann keine neuen Blasen mehr und auch der Sud selbst ist dunkler als zu Beginn der Prozedur.

Nun steht der Verwendung als hervorragendem Naturdünger nichts mehr im Wege.

Wie wird Brennesseljauche angewendet? Soll man diese verdünnen?

Brennesseljauche selber machen

Entfernen Sie die Blüten, bevor Sie Brennesseljauche ansetzen.

Ganz Grundsätzlich muss man sagen, dass das Ausbreiten der puren Jauche nicht erforderlich ist. Sie können diese je nach Düngung und Pflanzen mit Wasser mischen. Sie ist dennoch außerordentlich effizient. Es ist irgendwie auch logisch, dass ältere und große Pflanzen die Jauche in einem geringeren Mischungsverhältnis besser vertragen als Jungpflanzen und Setzlinge.

Die folgende Tabelle zeigt das unserer Ansicht nach empfohlenen Mischungsverhältnis, getrennt nach Jungpflanzen, älteren Pflanzen und Rasenflächen:

  • Junge Pflanzen & Setzlinge: 1 Teil Brennesseljauche 20 Teile Wasser
  • Ältere, größere Pflanzen & starkzehrendes Gemüse: 1 Teil Brennesseljauche 10 Teile Wasser
  • Rasenflächen: 1 Teil Brennesseljauche 50 Teile Wasser

GARTELTIPP: Die korrekte Dosierung und Anwendung ist wichtitg. Viel hilft in diesem Fall nicht wirklich viel. Verbrennungen an der Pflanze und Schwierigkeiten beim Wachstum können Folgen einer Überdosierung der Jauche sein.

Brennesseljauche gegen Läuse und andere Schädlinge verwenden

Wollen Sie Blattläuse oder andere Schädling mit der jauche bekämpfen, müssen Sie etwas anders vorgehen:

Entnehmen Sie noch vor der Gärung aber frühestens nach einem Tag aus dem Gefäß mit der angesetzten Jauche einen Teil der Brühe heraus und füllen Sie diese in eine Sprühflache ein.

Seien Sie den Sud aber davor eventuell noch durch ein Sieb ab – dann haben Sie mit kleinen Blatt- und Stammresten der Brennessel keine Probleme beim Sprühen.

Besprühen Sie nun regelmäßig die befallene Pflanze, bis keine Läuse/Schädlinge mehr zu erkennen sind. In aller Regel machen sich diese schon nach kurzer Zeit aus dem Staub.

Wo Sie Brennesseljauche anwenden können und wo eher nicht

Bei Bohnen, Erbsen, Zwiebeln und Knoblauch sollten Sie keine Jauche verwenden. Denn diese fallen in die Kategorie der Schwach- und Mittelzehrer.

Die Jauche hat einen hohen Stickstoffanteil und fördert das Blattwachstum. Ideal ist sie also z.B. bei Kohlpflanzen, Tomaten, Zucchini, etc. anzuwenden. Hier eine kleine Liste:

  • Tomaten
  • Paprikas
  • Gurken
  • Zucchinis
  • Kürbisse
  • Kohlgewächse
  • Kartoffeln
  • Lauchgewächse
  • Sellerie
  • Kräuter
  • Ziergehölze
  • Rosen
  • Sonnenblumen
  • Dahlien
  • Geranien

Fazit & Zusammenfassung

Heimische Verkaufsregale etablierter Gartenbetriebe und Baumärkte sind voll von unterschiedlichen Düngemitteln. Mit dem Ansetzen der Brennesseljauche können Sie sich Ihren Dünger auch selber machen. Aber bedenken Sie:

  • Die korrekte Dosierung und Verdünnung ist sehr wichtig, um Pflanzen und Tieren nicht zu schaden.
  • Nicht jede Pflanze verträgt die Jauche gleich gut.
  • Die Brühe stinkt! Suchen Sie sich daher ein geeignetes, abgewandtes Plätzchen im Garten, an dem Sie die Jauche ansetzen.

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