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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Kletterpflanze die den ganzen Sommer blüht: Blauregen, Efeu & Co.

Sie sind wieder im Kommen. Ob als Zierde der Hausfassade oder aber zum Beranken von Mauern, Pfählen, Pergolen, alten Bäumen oder schattigen Lauben, selbst in sehr kleinen Gärten findet man für diese Pflanzen Platz. Sogar wenn keine Freifläche zum Pflanzen vorhanden ist, so gedeihen viele von ihnen auch noch im Kübel. In dicht besiedelten Städten verbessern sie die Luft und zaubern in einem einzigen Sommer lauschige Plätze für gestresste Stadtmenschen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Kletterpflanze den ganzen Sommer blüht.

Welche Kletterpflanzen blühen im Sommer?

Die Angst, Kletterpflanzen könnten Fassaden zerstören, ist unbegründet, da Selbstklimmer nur flache Haftwurzeln bilden, die an intakten Mauern keine Schäden machen. Und auf Rankhilfen angewiesene Gewächse finden auf unbeschädigtem Mauerwerk keinen Halt. Ratsam ist es in jedem Fall, vor der Begrünung „bröselige“ Mauern zu sanieren. Hier ein paar Beispiele von bekannten Kletterpflanzen für die Sommermonate:

Wilder Wein

Wilder Wein klettert ebenfalls mit Haftscheiben und kann eine Höhe von bis zu 20 m erreichen. Die großen, 3-lappigen Blätter färben sich im Herbst orange- und scharlachrot und fallen dann ab.

Die unscheinbare, grünliche Blüte erscheint von Juni bis August, blau-schwarze Früchte von September bis Oktober. Er gedeiht in nahezu allen Böden in sonniger bis halbschattiger Lage. Auf sehr glatten Flächen braucht er eventuell eine Rankhilfe in Form Draht oder Holz.

Kletterrose

Kletterrose

Die Kletterrose ist eine besondere Kletterpflanze, die den ganzen Sommer blüht.

Auch als Kletterpflanze bietet sich die Kletterrose an. Reichblühend, manche Arten bis in den Herbst, oft auch mit angenehmem Duft, sind sie für jeden Garten ein Blickfang. Kletterosen lieben keine heißen, trockenen Standorte, deshalb auch nicht an Südwände pflanzen. Zusätzlich muss auf genügend Abstand zur Wand geachtet werden. Ein humoser, etwas kalkhaltiger, tiefgründiger Boden ist ideal.

Trompetenblume

Diese klettert zwar auch mit Haftwurzeln, ist jedoch dankbar für eine zusätzliche Rankhilfe, da ihre Haftwurzeln die Last sehr großer Pflanzen oft nicht halten können. Die Trompetenblume erreicht eine Hohe von etwa 8 m und wirft ihr Laub im Herbst ab.

Die dekorativen gelb-orangen Blüten sind glockig bis trichterförmig und langgezogen. Sie erscheinen von Juni bis September. Diese Kletterpflanze liebt geschützte, sonnige bis halbschattige Lagen und einen schattigen Fuß. Der Boden sollte nährstoffreich sein. Ein Rückschnitt im Spätsommer erhöht die Blütenfülle.

Blauregen

Blauregen

Wunderschön anzusehen – der Blauregen (Wisteria) im Sommer.

Er ist mit Sicherheit einer der eindrucksvollsten Schlinger, der sich bis 20 m Höhe wagt. Wisteria sinensis ist einer der schönsten bei uns verbreiteten Arten. Die Blüten sind lila, schwach duftend, ca. 2,5 cm groß und stehen in 20 bis 30 cm langen Trauben.

Ihre Blütezeit ist April/Mai doch im Juli sollte man die langen Seitentriebe auf einige wenige Blätter zurückschneiden, damit sie nicht ins Uferlose wuchern. Sie dürfen sich dafür im nächsten Jahr auch größere Blütenstände erwarten. Der Standort sollte sonnig und der Boden leicht, nährstoffreich und nicht zu trocken sein.

Knöterich

Er ist unglaublich schnell wachsend und in den letzten Jahren dadurch so richtig im Mode gekommen. Alte Pflanzen schaffen Jahrestriebe von 4 bis 6 m. Er schlingt sich bis 10 m hoch und benötigt als Rankhilfe einen Spalier oder starke Spanndrähte. Das Laub wird im Herbst abgeworfen. Die weißen Blüten mit grünem Schimmer zeigen sich von August bis Oktober. In Bezug auf Standort und Boden ist er sehr anspruchslos, gedeiht praktisch überall, daher sogar zur Begrünung von Häusern mitten in der Stadt geeignet.

Efeu

Efeu - Kletterpflanze die den ganzen Sommer blüht

Klassischer und zeitloser Gebäudebewuchs – der Efeu.

Efeu ist immergrün und klettert mit Hilfe von Haftwurzeln bis zu 30 m hoch. Er ist anspruchslos an Boden und Standort, wächst im Schatten genauso wie in sonnigen Lagen. Die eher unscheinbaren Blüten sind grünlichgelb in dichten Dolden und erscheinen von September bis Oktober. Sie werden intensiv von Bienen besucht.

Kletterhortensie

Sie klammert sich mit Luftwurzeln an Wände, Bäume usw. und klettert bei uns bis etwa 10 m hoch. Das Laub wirft sie im Herbst ab und im Juni und Juli erscheinen weiße Blüten in flachen, bis 25 cm breiten Blütenständen an den Triebenden. Sie besitzen einen Kranz großer, weißer, steriler Randblüten. Es ist eine unserer wertvollsten Kletterpflanzen auch für Nordwände.

Der Boden sollte niemals kalkreich sein, eher zur sauren Seite tendieren und niemals austrocknen. Am besten wächst sie an Ost- und Westseiten. Die Kletterhortensie verträgt auch einen radikalen Verjüngungsschnitt.

Wenn Kletterpflanzen keine natürlichen Kletterhilfen vorfinden (Sträucher, Bäume, Felsen, Mauern), muss man sie ihnen anbieten in Form von Zäunen, Zaunelementen, Säulen, Pfählen, Stäben und Schnüren. Aus welchem Material die Kletterhilfe bestehen soll, hängt von der Gartengestaltung, dem persönlichen Geschmack, den technischen Anforderungen des Standortes sowie der Pflanzenart ab. Spanndrähte oder -schnüre sollten verzinkt oder kunststoffummantelt und nicht zu glatt sein. Sie sind für Sommerschlinger ideal zu verwenden.

Spaliere lassen sich aus Maschendraht, verzinkten Betonstahlmatten, Lattengerüsten oder Schnur- und Kettenbespannungen herstellen und an einer Mauer oder frei zwischen Pfosten anbringen. Bei Befestigungen an der Mauer dürfen die Kletterpflanzen nicht zu eng an der Mauer anliegen. Der Abstand sollte mindestens 10, besser 15 bis 20 cm betragen.

Waldrebe

Clematis

Eine hübsche Kletterpflanze, die den ganzen Sommer blüht – die Clematis bzw. Waldrebe.

Diese ist auch besser bekannt unter dem Namen Clematis. Sie gibt es in unzähligen Arten (über 250!), einige davon ranken bis 10 Meter hoch, indem sich die Blättchenstiele um die Kletterhilfen wickeln und dann verholzen, was festen Halt gibt. Ein dünner Spanndraht reicht als Kletterhilfe aus.

Sie blüht je nach Art von Mai bis Oktober in etlichen Farben. Der Standort kann (je nach Art) sonnig bis schattig sein, der Fuß sollte aber immer beschattet sein, zum Beispiel durch eine davor gepflanzte Staude. Sie bevorzugt frischen Lehmboden und Kalk. Die Pflanzen tief einsetzen und für eine ausreichende Drainage sorgen. In jungen Jahren ist ein leichter Frostschutz sinnvoll.

Geißblatt

Es ist vor allem ein für schattige bis halbschattige Wände geeigneter Schlinger. Die Blüten sind röhrenförmig und verströmen vor allem nachts einen starken, süßen Duft. Hinsichtlich des Bodens ist das Geißblatt anspruchslos, er sollte jedoch nicht zu trocken werden.

Die Vermehrung ist schnell und einfach durch Stecklinge im Juli oder Oktober möglich. Ein kräftiger Rückschnitt wird gut vertragen, Auslichten reicht aber meistens.


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