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Ratgeber über Gartenarbeit und Gartengestaltung

Kartoffeln setzen: Empfohlener Abstand und Tiefe im Fokus

Die Kartoffelpflanze ist eine Staude, die weiß oder violett blüht und grüne, kugelige, giftige Früchte hat. Wir ernten und essen die Kartoffelknolle, einen unterirdischen Teil der Pflanze. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Sie Kartoffeln setzen und welcher Abstand und welche Tiefe ideal ist.

Die Kartoffel – ein Gemüse mit langer Tradition

Die Geschichte der Kartoffel ist bekannt und berühmt. Die ursprünglich aus Südamerika stammende Kartoffelpflanze wurde schon von den alten Inkas vor mehr als 2000 Jahren gepflanzt. Die Spanier haben von den Anden aus die Kartoffel, Solanum tuberosum, in die ganze Welt gebracht. Heute gibt es die unterschiedlichsten Züchtungen, von mehlig über festkochend bis hin zu speziellen Salatkartoffeln.

Über 2900 Kartoffelsorten sind bekannt. Für diese gibt es weit mehr als 3000 Namen, weil Sorten je nach Land und Region mehrere Namen haben. Die Kartoffel hat einen festen Platz auf dem Speiseplan und gehört zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln. Fast nicht zu glauben, dass früher die Landwirte Probleme mit den Kartoffeln hatten. Es dauerte längere Zeit, bis sie merkten, dass das eigentlich Essbare der Pflanze die unterirdische Knolle beziehungsweise Wurzel ist.

Dann war der Siegeszug der Kartoffel aber nicht mehr zu stoppen und weltweit wird das Gemüse wegen ihres Gehaltes an Vitaminen, Eiweiß und Kohlenhydraten sehr geschätzt. Längst ist die extrem lagerfähige Kartoffel auch als Heilpflanze bekannt und kommt in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich zur Anwendung.

Abstand und Tiefe beim Kartoffeln setzen – der Boden entscheidet

Kartoffeln bevorzugen einen sandigen und lockeren Lehmboden sowie einen sonnigen Standort. Die Saatkartoffeln sollten gut vorgekeimt sein, das begünstigt eine frühe Ernte. Dafür werden die Kartoffeln rund vier Wochen vor dem Auspflanzen in flache Kisten ausgelegt und dem Licht ausgesetzt.

Die Umgebungstemperatur sollte ungefähr zehn Grad Celsius betragen. Die vorgekeimten Saatkartoffeln können Sie dann zwischen Mitte April und Anfang Mai in die vorbereiteten Furchen auspflanzen. Ihre Saatkartoffeln freuen sich, wenn Sie vor dem Pflanzen eine dünne Schicht Kompost in die Pflanzfurche geben und die Kartoffelknollen damit bedecken.

Nicht nur der Abstand und die Tiefe für die Kartoffel spielen eine wichtige Rolle beim Kartoffeln einsetzen, sondern auch die Bearbeitung und Ermüdung des Bodens. Bevor Sie Ihre Saatkartoffeln pflanzen, müssen Sie den Boden tief umgraben und gut lockern, damit keine Schädlinge an die Kartoffeln gelangen können. Eine Ermüdung des Bodens müssen Sie ebenfalls vermeiden. Deshalb dürfen Sie Kartoffeln nur alle vier bis fünf Jahre im selben Gemüsebeet anbauen.

Jedes Gemüse stellt sehr unterschiedliche Ansprüche an den Boden. Deshalb unterteilen Sie Ihre Pflanzfläche in verschiedene Bereiche, in denen Sie jedes Jahr unterschiedliche Gemüsesorten ziehen. Diesen Vorgang nennt man „in Trachten“ anbauen. Das verhindert auch ein Überhandnehmen von auf bestimmte Gemüsearten spezialisierte Krankheiten und Schädlinge.

GARTELTIPP: Kartoffeln pflanzen Sie in der zweiten Tracht. Zweite Tracht bedeutet, der Boden wurde von Ihnen im Vorjahr als erste Tracht genutzt, beispielsweise für Erbsen, Spinat, Kürbisse, Bohnen oder Zucchini. Heuer reichern Sie den Boden nur wenig mit mineralischen Dünger an und er ist reif für Ihre Kartoffeln.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Setzen von Kartoffeln

Nun eine Schritt für Schritt Anleitung zum korrekten Setzen von Kartoffeln im Hinblick auf Abstand und Tiefe:

  • Pflanzzeit ist zwischen Mitte April und Anfang Mai.
  • Bereiten Sie Furchen vor.
  • Der Abstand der Kartoffel sollte rund 30 Zentimeter betragen.
  • Achten Sie darauf, dass die Tiefe der Kartoffel ungefähr 10 Zentimeter beträgt.
  • Der Reihenabstand sollte etwa 50 Zentimeter betragen.
  • Die ausgelegten Saatkartoffeln bedecken Sie mit rund fünf Zentimeter Erde.
  • Hat das Grün der Kartoffel eine Höhe von 10 Zentimeter erreicht, häufeln Sie die Reihe an.
  • Unkraut müssen Sie regelmäßig entfernen.
  • Achten Sie darauf, dass der Boden nicht zu feucht ist.
  • Wiederholen Sie das Anhäufeln mit Erde während der Kulturzeit, damit die Knollen nicht dem Licht ausgesetzt sind.
  • Je häufiger Sie die Kartoffelpflanzen anhäufeln, desto mehr Tochterknollen bilden Ihre Pflanzen aus.
  • Erst nach der Blüte benötigen Ihre Kartoffelpflanzen eine zusätzliche Bewässerung für die Knollenbildung.
  • Frühkartoffeln ernten Sie ab Juni, mittelfrühe Sorten ab August und Spätsorten ernten Sie zwischen Ende September und Anfang Oktober.

Kartoffel einsetzen, wenn Sie keinen Garten haben

Wenn Sie beim Kartoffeln setzen den Abstand und die Tiefe berücksichtigen, können Sie das beliebte Nahrungsmittel sogar auf Ihrem Balkon oder Ihrer Terrasse ernten:

  • Verwenden Sie ein etwas größeres Pflanzgefäß.
  • Füllen Sie den Pflanztopf mit zehn Zentimeter Komposterde auf.
  • Geben Sie in die Erde, je nach Platzangebot im Topf, zwei bis drei vorgekeimte Saatkartoffeln. Über die Saatkartoffeln kommt Erde.
  • Wie im Garten auch, beginnen Sie mit dem Anhäufeln, wenn das Grün ungefähr zehn Zentimeter hoch ist.
  • Die Ernte am Balkon wird zwar nicht besonders ertragreich sein, aber für eine Mahlzeit reicht es. Und es ist doch etwas ganz Besonderes, Gemüse zu ernten, welches Sie selbst gesät und gepflegt haben.

Weitere Tipps für das Kartoffel setzen

Das Grün der Kartoffelpflanzen können Sie nach der Ernte zum Schutz des Bodens gleich auf dem Pflanzenbeet liegen lassen. Ernten Sie immer nur jene Menge an Kartoffeln, die Sie tatsächlich benötigen, denn die Knollen wachsen im warmen Boden weiter. Für die Ernte Ihrer Kartoffel verwenden Sie eine Grabgabel oder einen Gabelspaten, damit Sie die Knollen nicht verletzen.


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